Ausstellung

Mitten im Leben der Tod - Die Trauer geht durch meine Hand

 

 

 

Quilts, Zeichnungen und Skulpturen, die in der Auseinandersetzung mit dem Sterben und nach dem Tod eines Kindes entstanden sind.

 

 

Gedanken zur Ausstellung und deren Entstehung

 

Als unser Sohn im Januar 2011 für uns unerwartet durch einen Suizid starb, erlebte ich, dass neben unserem Sohn auch meine Identität sowie meine Vorstellung von einem sinnvollen Leben gestorben war. Ich war zutiefst verzweifelt. Und ich spürte, dass die Trauer und die Integration dessen was geschehen war, eine meiner wichtigsten Aufgaben sein würde. Gewohnt war ich ein Leben mit vielen Aktivitäten – nun verbrachte ich viel Zeit in meiner Werkstatt, hier nähte ich Quilts und malte. Und hier entstanden im ersten Trauerjahr spontan ausgeführte Bilder bzw. Zeichnungen. Deren Gestaltung kann unmittelbar verlaufen, das innere Erleben gestaltet sich mit ein wenig Übung fast von alleine, wenn der Anspruch gering sein darf. Die inneren Bilder gewinnen auf dem Papier Gestalt. Das Dunkle, die Verzweiflung, die Trauer, das Zerrissene – alles das fand seinen Ausdruck.

 

Nähprozesse verlaufen anders, sie benötigen Planungen und weitergehende Überlegungen. So liegt jedem der entstandenen Quilts ein Hauptthema zu Grunde. Wiederholungen von Formen und Linien sind zu erkennen. Diese Wiederholungen der Handlungen bieten die Chancen dem was ist und was sich so schmerzlich veränderte, Raum und damit auch Akzeptanz zu geben.

 

Das Gestalten war und ist für mich eine der Ressourcen auf meinem Trauerweg. Diese Prozesse erfordern eine Wahrnehmung der Emotionen, der Gedanken sowie der Veränderungen. Sie suchen einen Ausdruck und dieser ist veränderbar. Das, was sich als positiv herauskristallisiert sowie als hoffnungsvoll zu erkennen ist, kann ergänzt, erweitert und ausgearbeitet werden.

 

Diese Bilder, Quilts und Skulpturen machen Teile meines Trauerweges sichtbar. Die Intention, sie in der Öffentlichkeit zu zeigen, liegt in der Erfahrung begründet, dass das, was in der Trauer geschieht, verbal schwer zu vermitteln ist. Gleichzeitig möchte ich dazu beitragen, dass Trauernden Verständnis und Großzügigkeit entgegengebracht wird. Weil der schwere Weg, den wir gehen, genau dies erfordert und nötig macht.

 

Diese Ausstellung umfasst ca. 25 textile Arbeiten, 3 Skulpturen und 20 Zeichnungen. Sie kann gebucht und auch auszugsweise gezeigt werden. Die Einzelheiten klären wir in einem persönlichen Gespräch.

 

Bisherige Ausstellungsorte waren: Regensburg, Weierhof (bei Kirchheimbolanden), München, Eggenfelden